Das Stundenbuch der Katharina von Kleve
Geld spielte für sie nie eine Rolle – Katharina von Kleve war eine der mächtigsten Frauen des Mittelalters. Sie umgab sich mit den besten Künstlern und Malern. Der Höhepunkt ihres Mäzenatentums ist ihr persönliches Stundenbuch, eines der schönsten und wertvollsten Zeugnisse spätmittelalterlicher Kunst.
Als »Nerz der mittelalterlichen Dame« bezeichnete der Kunsthistoriker Eberhard König einmal den im 13. Jahrhundert entwickelten und seit dem 14. Jahrhundert beliebtesten Buchtyp des Mittelalters, das Stundenbuch. Stundenbücher waren repräsentative Gesamtkunstwerke, die auch durch luxuriöse Einbände in Leder oder Samt mit kunstvollen Schließen und Beschlägen beeindruckten.
Das Stundenbuch der Katharina von Kleve ist durch seine prachtvolle Ausstattung das ungewöhnlichste Gebetbuch dieses Typs. Es gibt uns auch heute noch Rätsel auf. Die perfekte, originalgetreue Faksimile-Edition kann sie zum Teil lösen, ermöglicht aber in erster Linie einer kleinen Zahl von Interessenten einen Einblick in ein ganz großes Kunstwerk des 15. Jahrhunderts. Einer kleinen Zahl nur deshalb, weil die Edition zur Wahrung der Qualität jedes einzelnen Bandes auf nur 980 Exemplare limitiert ist.
Kunstgeschichte von unschätzbarem Wert
Eine ganz besondere Qualität gewinnt das Stundenbuch der Katharina von Kleve durch die Darstellung von Alltagsszenen aus dem 15. Jahrhundert. Die detailreichen, liebevoll ausgeführten kleinen Gemälde führen uns plastisch das Leben der Zeit nach 1430 vor Augen. In heute noch leuchtenden Farben erfahren wir die reale Welt und das familiäre Umfeld der Menschen dieser Zeit. Das zu schildernde biblische Geschehen und Szenen aus dem Leben der Heiligen boten dem Maler den Anlass dazu.
Das Faksimile
Auf dem Weg zur originalgetreuen Faksimile-Edition stellt die Wiedergabe des Goldes eine Herausforderung ganz eigener Art dar. Getreu dem Original gibt dieses prachtvolle Faksimile jede der farbenfrohen, reich mit Blattgold und Pinselgold geschmückten Seiten wieder.
In diesem Meisterwerk finden Sie auf 714 Seiten 157 Miniaturen, davon 25 mit 23-karätigem Echtgold verzierte ganzseitige Darstellungen, umrahmt von prächtigem und detailreichem Rankenwerk.
Als Vorlage für den Einband diente ein Utrechter Prachteinband aus der Zeit um 1487 aus der Österreichischen Nationalbibliothek. Höchste Präzision und handwerkliches Können ist erforderlich bei der Fertigung dieses Faksimile-Einbandes aus feinstem Rindsleder, der außerdem mit einer kunstvollen Blindprägung versehen wurde. Ein leuchtender Granat in einer Goldfassung und die kunstvoll vergoldeten Schließen verleihen diesem Einband zusätzlich einen höfischen Charakter.